Mollenstorf – Enzyklopädie

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Mollenstorf (53° 29′ 59″ N, 13° 1′ 16″O)
Mollenstorf
Lage von Mollenstorf in Mecklenburg-Vorpommern

Kirche mit Glockenstuhl

Herrenhaus

Mollenstorf ist ein Ortsteil der Stadt Penzlin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).

In der bis zum 7. Juni 2009 selbständigen Gemeinde Mollenstorf lebten 248 Einwohner (31. Dezember 2007) auf 11,1 km². Letzter ehrenamtlicher Bürgermeister Mollenstorfs war August Muth.

Geografie

Mollenstorf liegt vier Kilometer westlich des Stadtkerns von Penzlin. Zur Gemeinde Mollenstorf gehörte der Ortsteil Ave.

Geschichte

Das Gebiet um Mollenstorf muss, wie ganz Mecklenburg-Vorpommern, schon sehr früh durch jungsteinzeitliche Kulturen besiedelt gewesen sein. Davon zeugen zahlreiche Bodenfunde. Unweit des Weges von Mollenstorf nach Groß Vielen liegt eine Gruppe von drei Hügelgräbern aus der Bronzezeit, die als archäologische Denkmale geschützt sind und auch in der Sagenwelt ihren Niederschlag fanden.

Wahrscheinlich wurde der Ort früher Mollenstorp und Mollenstorf genannt, und ab 1558 Mollenstorf.

Die Kirche wurde erstmals 1335 erwähnt und ist ein frühgotischer Bau in Form eines Vierecks, um das der Friedhof angelegt ist. Ein freistehender Glockenstuhl steht an der Westseite der Kirche mit zwei Glocken aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Bis 1548 besaß die Familie Bardenfleth das Gut Mollenstorf; es folgten bis 1764 die Familien Johann von Lucka (mecklenburgischer Kanzler), von Below, von Holstein, von Kahlden, von Bibow.

1764 erwarb Justus von Gundlach das Gut Mollenstorf. Ende des 19. Jh. war der Herr von Gundlach auf Mollenstorf mecklenburgischer Kammerherr. 1921 übernahm Gottfried von Gundlach-Hinrichsberg die Gutsgeschäfte. Er war zuvor auf dem Adelsinternat der Ritterakademie Brandenburg, dann Gymnasium Lübeck und schlug gleich eine aktive Offizierslaufbahn ein. Mollenstorf war zu jener Zeit Fideikommiss und konnte somit nur in männlicher Linie weiter vererbt werden. Das Gut hatte 1928, also kurz vor der großen Wirtschaftskrise, eine Gesamtgröße von 665 ha. Schwerpunkt war die große Schafswirtschaft. Es blieb dann bis 1945 in den Händen der Familie. Das zweigeschossige wuchtige Herrenhaus entstand um 1880. Um 1897 wurden die Landarbeiterhäuser, ein großer Pferdestall und die Scheune erbaut. Dadurch entstand der Gutscharakter des Dorfes.

1923 erhielt das Dorf elektrischen Strom. Weitere Landwirte im Ort waren nach dem Standardwerk der Landwirtschaftlichen Adressbücher für Mecklenburg die Familien Friedrich Haker, Karl Niemann und Joh. Steinmüller, mit jeweils gut 20 ha. Auch Ave ist in dieser Fachliteratur aufgeführt. Dort wird der Rittmeister d. R. Curt Beyling als Eigentümer eines allodialen Rittergutes mit 403 ha, ebenfalls mit einem großen Bestand von 450 Schafen, benannt.

Sehenswürdigkeiten

Glocke mit Einschusslöchern von 1945

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Penzlin

  • Gotische Kirche wohl um 1500 mit Glockenstuhl
  • Herrenhaus Mollenstorf von um 1880 und Gutsanlage

Weblinks

Commons: Mollenstorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

  • Literatur über Mollenstorf in der Landesbibliographie MV
  • Mollenstorf auf den Seiten des Amtes Penzliner Land
  • Lage der 3 Hügelgräber auf gpso.de/maps/
  • https://gutshaeuser.de/de/guts_herrenhaeuser/gutshaeuser_m/gutshaus_mollenstorf

Einzelnachweise

  1. StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009
  2. Archäologie und Denkmalpflege: Grabhügel: Monumente für die Ewigkeit@1@2Vorlage:Toter Link/www.kulturwerte-mv.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. , abgerufen am 10. Dezember 2010
  3. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1@2Vorlage:Toter Link/www.touristikkarte.de Bodendenkmale in der Volksüberlieferung, abgerufen am 10. Dezember 2010
  4. Laut zweitem Personen-Register des mecklenburgischen Urkundenbuches
  5. Reichsamt des Innern (Hrsg.): Central – Blatt für das Deutsche Reich. XIX Auflage. Band 19, Nr. 6. Berlin 6. Februar 1891, S. 19 (google.de [abgerufen am 8. Juli 2021]). 
  6. Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. 1913-1929. Hrsg.: Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. Gottfried von Gundlach-RA-Zöglings-No.: 1522. Selbstverlag, Belzig, Ludwigslust 1929, S. 34 (kit.edu [abgerufen am 8. Juli 2021]). 
  7. Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. 1705-1913. Hrsg.: Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. Gottfried von Gundlach-RA-Zöglings.-No.: 1522. Selbstverlag, Belzig, Ludwigslust 1913, S. 349–350 (d-nb.info [abgerufen am 8. Juli 2021]). 
  8. Ernst Seyfert, Hans Wehner: Niekammer`s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, IV, Mecklenburg, 1928. In: Niekammer (Hrsg.): Landwirtschaftliches Adressbuch. 4. Auflage. Niekammer`s Güter-Adreßbuch G.m.b.h., Leipzig 1928, S. 205 (g-h-h.de [abgerufen am 8. Juli 2021]). 

53.49972222222213.021111111111Koordinaten: 53° 30′ N, 13° 1′ O


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